Onlineshops nach dem Brexit – Warenverkehr bedeutet steigende Kosten

Die Auswirkungen des Brexit sind auf der politischen Ebene noch kaum abzusehen – auf der wirtschaftlichen könnten sie derweil im besten Fall zusätzliche Komplikationen und im schlimmsten Fall Verluste in Milliardenhöhe bewirken.

Neben der Industrie ist der Onlinehandel davon überdurchschnittlich betroffen, denn er macht einen großen Anteil an den Transaktionen zwischen Deutschland und Großbritannien aus. Probleme können sich auch für einige Rechtsformen von Unternehmen ergeben, da diese mit dem Ausscheiden Englands nicht mehr der gemeinsamen Rechtsprechung unterstehen.

Die Kosten für den Onlinehandel steigen an

In jedem Fall werden sich die Konditionen mit dem Brexit deutlich verändern. Seit dem Ausscheiden aus dem europäischen Handelsraum kann das Königreich wieder Zölle und Einfuhrsteuern auf den grenzüberschreitenden Handel erheben. Der Einkauf von Waren aus Deutschland würde dadurch für Kunden aus dem Vereinigten Königreich wesentlich unattraktiver. Umgekehrt verteuern sich auch Bestellungen für Händler, die ihre Ware von dort beziehen. Betroffen sind auch Internetauktionen, die auf unterschiedlichen Plattformen angeboten werden.

Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind von einem solchen Schritt betroffen, da sich für diese eine strategische Partnerschaft mit ausländischen Firmen außerhalb der EU kaum rentiert. Eine logische Konsequenz eines solchen harten Brexits wäre deshalb für viele, sich aus diesem Geschäft vollständig zurückziehen. Weitere Probleme entstehen bei immateriellen Gütern wie Software. Unterschiedlichen Bedingungen etwa für den Datenschutz könnten Entwicklungen aus dem Königreich für den europäischen Markt ohne weitere Anpassungen unbrauchbar machen.

Im Onlinehandel setzen viele kleine Start-ups auf Dropshipping, um die eigenen Kosten gering zu halten. Dabei werden Produkte nicht direkt am Standort produziert oder gelagert, sondern nach Bedarf direkt von einem Großhändler eingekauft und auch verschickt. Bei einem Standort in Großbritannien erhöhen sich die Kosten für eine solche Struktur deutlich. Entscheidend ist auch, dass die Möglichkeit zu einer britischen Niederlassung in Form einer Limited Gesellschaft wegfällt.

Diese bislang einfache Geschäftsform kann nach einem Brexit nicht mehr ohne weiteres in das deutsche Handelsregister eingetragen werden. Der Aufbau einer Filiale auf der Insel wird dadurch schwieriger. Noch stehen die exakten Bedingungen für den Brexit zwar in den Sternen – der Handel wird jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den einen erhöhten bürokratischen Aufwand und finanziellen erschwert.

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